Radioaktive (Alltags-)Gegenstände

Uranglasur / Urankeramik

Auf alten Keramikstücken (etwa Mitte des 20. Jh.) lässt sich recht häufig eine orange-rötliche Glasur finden, welcher Uranverbindungen zur Färbung beigesetzt wurden. Solche Keramiken lassen sich z.B. recht günstig auf Flohmärkten auftreiben. Ich persönlich habe meine Urankeramiken vom lokalen "Möbel und Mehr", welches mich immer durch ein großes Angebot an günstigen Urankeramiken überzeugt.


Uranglas

Auch zur Färbung von Glas verwendete man früher Uranverbindungen. Die Stücke enthalten zumeist nur sehr geringe Mengen, die Aktivität fällt daher deutlich geringer als bei Urankeramik aus, ist aber trotzdem hoch genug um mit einem kleinen Geigerzähler gemessen werden zu können.

 

Uranglas weist eine charakteristische hellgrüne, fast schon gelblich anmutende Färbung auf, zudem fluoresziert es unter UV-Licht:

 

Überspannungsableiter mit Caesium-137

Auf ebay fand ich relativ günstige Überspannungsableiter. In diesen wurde eine kleine Menge Cs-137 in der Nähe der Funkenstrecke platziert. Dies sorgt für eine gewisse Vorionisierung der Luft im Bereich der Funkenstrecke, sodass die Breakdown-spannung absinkt.

 

Leider ist die Beschriftung bereits etwas verblichen, die Typenbezeichnung lautet CK1097-12. Die Röhre ist mit der EIA-Kennung 280 85-15 versehen. 280 ist die Kennung des Herstellers - Raytheon. 85-15 bezieht sich auf das Herstellungsdatum. 1985 erschien mir recht spät, da die Aktivität der Röhre sehr gering ausfällt. Eine kurze Rechereche ergab, dass die Sicherheitsdatenblätter 1985 registriert wurden. Entsprechend würde ich dennoch von der 15. Woche 1985 ausgehen.
(vgl. http://msdsreport.com/ds.cfm?msds=BCWTP&name=CK1097-7&mfg=RAYTHEON%20CO)

Neben dem unvermeidlichen Trefoil steht eine weitere Zahl, die vermutlich die Aktivität angibt. Die erste Zahl lässt sich leider kaum noch entziffern. Leider habe ich im Internet auch keine genauen Angaben zur Aktivität gefunden. Vergleichbare Röhren wurden angeblich mit ca. 1 - 9 uCi Cs-137 versehen. Die Aktivität dieser Röhre fällt jedoch sehr gering aus, obwohl erst etwa eine Halbwertszeit verstrichen ist. Ich würde von einer derzeitigen Aktivität weit unter einem uCi ausgehen.

Das Gammaspektrum bestätigt die Versprechungen der Aufschrift. Der charakteristische 662keV-Peak von Caesium-137 ist deutlich zu erkennen:

Radioaktive Gesteine

Eine durchaus interessante Möglichkeit zur Beschaffung eines Probestrahlers ist diesen selbst zu sammeln. Also habe ich meine praktisch nicht vorhandenen geologischen Kenntnisse am geologischen Lehrpfad in Wittichen (Schenkenzell/Schwarzwald) fortgebildet. Eine sehr schöne, entspannende Gegend übrigends, außerdem gibt es dort Uran, was will man mehr? In Wittichen befinden sich mehrere Halden, auf welchen der Abraum des "Schmiedestollens" und der Grube "Sofia" deponiert wurde. Die Witterungslage führte für kurze Zeit zu einer gewissen Verärgerung:


Im umliegenden Wald ist man glücklicherweise recht gut vor dem Regen geschützt. Die Halde Sophia erwies sich als eher schlecht für die Suche geeignet, wesentlich besser ist die etwas weiter gelegene Halde des Schmiedestollens. Nur nach akusitischen Signalen mit dem Geigerzähler vorzugehen erweist sich als etwas schwierig - sobald man sich mit dem Gerät dem Boden nähert steigt die Zählrate stark an, leider hatte ich aber auch nichts zum Abschirmen dabei, also blieb nichts anderes übrig als die "Verdächtigen" von der Halde herunterzutragen und dort zu prüfen.

 

Betrachtet man das Gammaspektrum dieser Steine lassen sich Peaks der Uran-Zerfallsprodukte Pb-214, Bi-214 und Ra-226 erkennen:

Es wird auch nett darauf hingewiesen, dass sich der Verzehr der Gesteine als unvorteilhaft erweisen könnte:

2016 J. Weigelt - www.janelo.net